Devon (417 bis 354 Ma)
Herkunft des Namens:
Nach der Grafschaft Devonshire/SW-England
Paläogeographie global:
Durch Einschnürung der Paläotethys verringerte sich der Abstand zwischen Gondwana
und Laurasia und die variszische Orogenese wurde mit Kollisionen, Inselbogenvulkanismus
und Subduktionen eingeleitet.
Baltica und Laurentia bildeten nach der kaledonischen Orogenese einen
zusammenhängenden Block (Old-Red-Kontinent), dessen Südküste von Südirland über
Südengland und Belgien bis nach Mittelpolen verlief.
Paläogeographie Mitteleuropa:
Die Ardennen, das Rheinische Schiefergebirge
und der Harz grenzen an den Old-Red-Kontinent und weisen daher mächtige devonische
Sedimente auf. Dies sind von Norden her geschüttete Rotsedimente, die als rheinische
Fazies bezeichnet werden, z.B. Siegener Schichten.
Ab dem Mitteldevon wich die Küste des Old-Red nach Norden zurück und es kam zur
Bildung karbonatischer Sedimente (Riffkalke und pelagische Cephalopodenkalke). Es kam
zu intensiver vulkanischer Aktivität unter Bildung von Diabasen und Hämatitlagerstätten
des Lahn-Dill-Typs. Durch Subduktion ozeanischer Kruste entstand die Mitteldeutsche
Kristallinschwelle als magmatischer Inselbogen (Odenwald, Spessart, Lausitz).
Gegen Ende des Devon kam es zur Einleitung der variszischen Orogenese. Oberdevonische
Flyschsedimente findet man im südlichen Rhenoherzynikum und Saxothuringikum. Der
Abtragungsschutt des Kaledonischen Gebirges füllte sowohl die Binnensenken des
Old-Red-Festlandes, als auch die zwischen dem Old-Red-Kontinent im Norden und der
Fränkisch-Alemannischen Insel im Süden liegende variszische Geosynklinale. Nachdem
im Mittel-Devon die Old-Red-Gebirgshöhen weitestgehend eingeebnet waren, und somit
die Schüttung in die Geosynklinale nachließ, entwickelten sich dort ausgedehnte Riffe
aus Korallen und Stromatoporen (Eifel, Sauerland).
Im oberen Devon versanken die Riffe, während gleichzeitig wieder festländischer
Erosionsschutt in den Trog gelangte. Dieser stammte von der südlich angrenzenden
sogenannten Mitteldeutschen Schwelle, die nach ihrem Verlanden zum Abtragungsgebiet
geworden war. Im oberen Devon bzw. an der Wende Devon-Karbon begann im Zuge der
variszischen Orogenese die Auffaltung des
Rheinischen Schiefergebirges.
Im Rheinischen Schiefergebirge kam es im Givet und Frasne zur Riffbildung,
im Harz vom Eifel bis zum Frasne.
Orogenese:
Beginn der variszischen Orogenese.
Klima:
Während des Devons verlief der Äquator quer durch das arktische Kanada.
Ein warmes tropisches Meer erstreckte sich unter einem wolkenlosen Himmel über
weite Teile von Nordamerika, Sibirien und Australien. Die devonischen Klimazonen
ähneln denen im Silur.
Fossilien:
Leitfossilien:
Graptolithen (Monogratiden), Ammonoideen (Goniatiten, Clymenien), Conodonten,
Brachiopoden, Trilobiten, Fische, Landpflanzen
Pflanzen:
Beginn des Paläophytikums (höhere Landpflanzen). Die Küstensäume und feuchten
Niederungen werden von Gefäßpflanzen und zunehmend von Ur-Bärlapp, Schachtelhalm,
Ur-Farn, Moosen und Ur-Samenpflanzen besiedelt. Während am Anfang des Devons die
Gefäßpflanzen noch niedrig sind, gibt es am Ende der Periode Waldbäume bis zu 30 Meter
Höhe. Damit erweist sich das Devon als der wichtigste Abschnitt der Erdgeschichte
für die Entwicklung der Pflanzen (es gibt schon Kohlevorkommen). Aufgrund der
Entwicklung von Sporen- zu Samenpflanzen sind die Pflanzen nicht mehr auf aquatische
Habitate angewiesen. Die Pflanzendecke bietet nun auch Milben, Spinnen und flügellosen
Insekten Lebensraum.
Tiere: Dem Leben in flachen Binnengewässern haben sich Quastenflosser angepasst.
Ihre paarigen Brust- und Bauchflossen mit knöchernen Stützskeletten leiten
stammesgeschichtlich zu den Vierfüßern über, die noch vor Ende des Devons in Gestalt
des ersten Amphibs Ichthyostega auftreten. Vom Leben im Meer sind Conodonten,
Trilobiten und vor allem
Brachiopoden aus der Gruppe der Spiriferen
überliefert. Bei den Cephalopoden entstehen
im frühen Devon die spiralig aufgerollten Alt-Ammoniten. Es gab Haie, Lungenfische
und Quastenflosser. Die Graptolithen und Tentakuliten dagegen sterben aus. Weltweit
tritt früh im Ober-Devon (Frasne/Famenne) ein Massensterben der Lebewelt auf. Alle
Riffe sterben ab. Es folgen die Kellwasserkalke (Schwarzkalk).
Riffbildner: Stromatoporen, Korallen (Blockriffe)
Literatur
Faupl,P. (2000): Historische Geologie.-UTB, Wilhelm Fink Verlag, 270 S.
Krömmelbein, K. (1991): Brinkmanns Abriss der Geologie, Historische Geologie.- Enke Verlag, 404 S.
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