LA-ICP-MS Laser (Ablation Inductively Coupled Plasma Mass Spectrometry)
Massenspektrometer
In einem Massenspektrometer gibt es vier Hauptbereiche: Vakuum-System, Ionenquelle
(ICP), Analysator und Detektor.
Vakuum-System
Ein Vakuum ist nötig, damit sich die Ionen über eine längere Strecke frei bewegen
können. Bei 760 torr (1 atm) können Ionen bis zum Zusammenstoß mit einem anderen Ion
0,1 µm zurücklegen, bei 10^-8 torr sind es 5000 m.
Vakuum-Pumpe: Üblich sind Turbo-Molekular-Pumpen (10 bis 20 hintereinander
geschaltete Ventilatoren). Zur ersten Druckerniedrigung wird eine Rotary-Pumpe
eingesetzt.
Ionenquelle
Hier werden Ionen geschaffen und in die gewünschte Richtung beschleunigt. Gas,
Flüssigkeit oder Festkörper werden hier in Ionen umgewandelt.
Ionenquellen:
- Chemische Ionisation (organic)
- Electron Ionisation (Elektronenstrahl)
- Thermale Ionisation (anorganische radiogene Isotope)
ICP: Die Temperaturen liegen bei bis annähernd 8000 K, fast alle Elemente können
zu 100 % ionisiert werden. Die hohen Temperaturen führen aber zu dem Problem, wie
man zu einem bei Raumtemperatur arbeitendem Massenspektrometer überführt.
Den Übergang zum Vakuum nimmt man in zwei Schritten vor. Erst wird das Plasma durch
eine Scheibe aus Ni, Al, Cu oder Pt geführt, den Sampler. Voraussetzung für das
Material des Samplers ist eine gute thermische Leitfähigkeit. Das Vakuum wird hier
durch eine Rotary-Pumpe erzeugt. Das Öl in dieser Pumpe muss monatlich gewechselt
werden. Der Druck in diesem Bereich liegt bei 0,5 bis 2 torr. Der Gasfluss durch
den Sampler beträgt etwa 1 bis 2 Liter pro Minute.
An der Mündung des Samplers erreicht das Gas enorme Geschwindigkeiten und trifft
auf den Skimmer, der etwa 1 % des Probenmaterials abschöpft. Durch die Abkühlung
sind die Ionen wie eingefroren. Der Druck hinter dem Skimmer beträgt etwa 10^-4
torr. Das Material des Skimmers ist, wie beim Sampler, Ni, Al, Cu oder Pt.
Auf den Skimmer folgt die Analysator- oder Detektorregion mit einem Druck von
etwa 10^-6 torr. Seine Mündung kann sehr viel größer sein als die von Sampler und
Skimmer. Mehrere Linsen fokussieren in der Regel den Ionenstrahl in Richtung eines
kleineren Winkels. Neben der Fokussierung des Ionenstrahls dienen die Linsen der
Entfernung hochenergetischer Photonen aus dem Material.
Vor den Analysator sind i. d. R. noch Dynamic Reaction Cells oder Collision
Cells eingebaut. Diese vermindern die Intensität mehratomiger Ionen. Verwendet
werden Quadrupole, Hexapole und Octapole.
Analysator
Hier werden die Ionen nach ihrem Masse-Ladung-Verhältnis (m/e) getrennt.
Maßeinheiten sind:
- Dalton (nicht verwendet)
- AMU (atomic mass unit)
- Masse wird meist verwendet, gemeint aber m/e
Magnetic Sector Analyser (MSA)
Das Prinzip beruht darauf, dass eine Ladung (Ion) in Anwesenheit eines
Magnetfeldes eine Kurvenbahn beschreibt.
Haben alle Ionen dieselbe kinetische Energie kann man beobachten, dass schwere
Ionen (größeres m/e) weniger stark abgelenkt werden als leichte.
Electrostatic Sector Analyser (ESA)
ESA ist ein Energiefilter. Er kann nicht allein verwendet, sondern zusätzlich
angebracht werden. Der ESA separiert Ionen nach ihrer Energie.
Bei der ICP wird in der Regel MSA und ESA gemeinsam verwendet. Wenn der ESA vor
den MSA geschaltet ist, spricht man von der Nier-Johnson-Konfiguration, ist der
MSA vor dem ESA, so handelt es sich um eine reverse Nier-Johnson-Konfiguration.
Quadrupole
Beim Quad sind vier Stäbe, etwa ein Fuß lang, im Quadrat angeordnet. Sie sind
von hyperbolischer bis runder Form. Diese werden paarweise von außerhalb mit
einer Frequenz von 1 MHz angeregt, was dazu führt, dass nur Ionen bestimmter
Massen diesen Bereich passieren können.
Time of Flight (TOF)
In diesem Analysator werden in einem bestimmten Volumen über einen bestimmten
Zeitraum (5 µs) Ionen gesammelt, die dann mit Hilfe mehrerer tausend Volt mit
identischer kinetischer Energie eine 1 m lange Röhre entlang geschossen werden.
Wenn alle Ionen die selbe Energie haben, bewegen sich die leichten Ionen am
schnellsten und erreichen das Ende der Strecke als erste während die schwersten
zuletzt ankommen.
Definitionen von Auflösung
Peak width:
Ist die einfachste Definition von Auflösung. Die Peak width kann an jeder
beliebigen Höhe gemessen werden somit, abhängig vom Veröffentlichenden den
Analysator besser dastehen lassen.
Valley:
Wenn ein Valley von 10 % des Peakmaximums zwischen zwei Peaks gleicher Höhe
auftritt, wird die Auflösung als delta m spezifiziert, der Differenz der
Positionen zweier Peaks. Da selten zwei gleich hohe Peaks auftreten, ist es
nützlich zu wissen, dass wenn zwei hypothetische Peaks ein Valley von 10 %
ergeben, ist die Peak width bei 5 % Peakmaximum gleich delta m.
m/delta m:
Diese Definitionen sind sinnvoll für Sektor- und TOF-Instrumente, bei den "m
über delta m" konstant ist.
Abundance Sensitivity:
Dies ist das Verhältnis der Intensität eines Masse-Peaks relativ zur Intensität
des "Schwanzes" diese Peaks bei einer Masse plus eins und minus eins.
Detektoren
Hier wird Ionenstrahl in eine mit dem Computer verwertbare Zahl umgewandelt,
entweder in pulse counting (pc) oder in digital mode, bei dem Ionen gezählt
werden, oder in analogue mode, bei dem der Ionenfluss laufend in ein Potential
umgewandelt wird, das wiederum umgewandelt wird in eine Zahl unter Verwendung
einer Analog-Digital-Wandler-Hardware.
Channel Electron Multiplier (CEM):
Der CEM besteht aus einem Glaskegel, auf dem die Ionen auftreffen und sich zur
Spitze hin multiplizieren, wo sie einen Puls auslösen.
Micro Channel Plate (MCP):
Die MCP funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der CEM, besteht allerdings
aus einer großen Anzahl kleinen Röhren.
Faraday Detector:
Der Faraday Detector wird in Multikollektorgeräten eingesetzt.
Daly Detector:
Sie wurden in TI-Systemen eingesetzt.
Chemometrie
Hierbei geht es um Datenerfassung, Kalibrierung und Datenreduktion in der
LA-ICP-MS.
Datenerfassung
Es ist Software nötig, die Daten in Abhängigkeit von der Zeit ausgeben.
Spectrometer Sweep Time:
Übersetzt Spektrometer-Durchlauf-Zeit, ist die gesamte Zeit, die benötigt wird,
um die Intensitätsinformation für die komplette Liste der gewählten Massen zu
erhalten.
Spectrometer Settling Time:
Die Einschwingzeit ist die Zeit, die zwischen Datenerfassungen "verschwendet"
wird. Sie beträgt üblicherweise 0,1 bis 2 ms für Quadrupolegeräte.
Dwell Time:
Übersetzt Haltezeit, Verzugszeit, ist die Zeit, in der Daten einer bestimmten
Masse erfasst werden.
Background:
Oder auch Blank, ist eine Probe, die das zu messende Analyt nicht enthält.
Anwendung von Nd:YAG Lasern in der LA-ICP-MS
Nd:YAG Laser sind die am häufigsten verwendeten Laserquellen für LA-ICP-MS.
Nd: Nd³+ Ionen als aktives Medium (1%)
YAG: Yttrium Aluminium Granat Stab
Durch Beschuss mit Lichtblitzen werden die Nd von ihrem Grundzustand zu einem
höheren Energielevel angeregt.
Wenn genügend Elektronen gefördert werden, kommt es zu einer
Populationsinversion, d. h. es sind mehr Elektronen auf dem höheren
Energielevel als auf dem niedrigeren.
Diese Konfiguration ist instabil und Elektronen werden spontan auf das
niedrigere Energielevel zurückfallen. Dabei geben sie Photonen ab, deren
Energie von der Energiedifferenz der beiden Energielevels abhängig ist.
Wird einmal eine Populationsinversion im aktiven Medium erreicht, so gibt eine
Kaskade von Elektronen beim Rückfall auf das niedrigere Energielevel Photonen
ab, die dieselbe Energie, Wellenlänge, Richtung, Polarisation und Phase haben:
ein Laserpuls. >/p>
Literatur
Sylvester, P., (ed.) Laser-Ablation-ICPMS in the Earth Sciences, Principles and Applications. Mineralogical Association of Canada Short Course Series (St John’s Newfoundland, 2001) 29
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