Kreide (144 bis 65 Ma)
Herkunft des Namens:
Nach der Schreibkreide
Paläogeographie global:
Pangäa zerfiel weiter. Der südliche Nordatlantik weitete sich durch
seafloor-spreading aus und war am Ende der Kreide 4000 km breit. In der oberen
Unterkreide und der unteren Oberkreide war die Wasserzirkulation eingeschränkt und
es kam im Atlantikbecken unter anoxischen Bedingungen zur Bildung von bituminösen
Kalken. In der Unterkreide kam es zum kontinentalen Rifting zwischen Südamerika und
Afrika unter Bildung von Plateaubasalten (Parana-Becken). Im Hauterive bis Alb
entstand ein schmales Becken ohne Verbindung zum Nordatlantik. Im Cenoman kam es zur
vollständigen Trennung von Afrika und Südamerika unter Bildung des Südatlantiks. Im
Bereich der westlichen Tethys setzte sich die Kollision der Afrikanisch-Arabischen
Platte mit der Eurasiatischen Platte und dazwischenliegender Mikroplatten (Apulien)
fort.
Paläogeographie Mitteleuropa:
Außeralpin:
Am Ende des Jura kam es zu einer Regression. Dadurch wurden große Festlandbereiche
gebildet und es kam nur noch im Bereich der Nordsee und der Tethys zu Meeresablagerungen.
In der Unterkreide bildeten sich kontinentale und brackisch-limnische Ablagerungen mit
Kohleflözen (Wealden-Kohle). Die Mitteldeutsche Landschwelle trennt die nördliche
boreale Provinz von der südlichen Tethysprovinz. Die folgende Ausweitung des Meeresraumes
fand in drei Transgressionsschritten statt:
- Neokom-Transgression: Es kommt von der Nordsee aus zur Überflutung der
Wealdensenken. Im Raum Salzgitter bilden sich Trümmereisenerze. Von der Mitteldeutschen
Landschwelle finden Schüttungen statt (Hils- und Osningsandstein).
- Mittelkreide-Transgression: Es kommt zu einer durchgehenden Verbindung der Tethys
mit der Nordsee über das Pariser Becken und Südengland. Die Nordflanke des Rheinischen
Massivs wird überflutet und es kommt zur Bildung von bis zu 1500 m Kreidesedimenten.
- Senon-Transgression: Der Meeresspiegel lag 100 bis 300 m über dem heutigen Niveau.
In den Randbereichen der Festländer bildeten sich Sandsteine, weiter entfernt
Pläner-Mergel (Niedersachsen) und Emscher Mergel (Westfalen).
Am Ende der Kreide kam es zu einer erneuten Regression.
Alpen
Klima:
Während der Kreidezeit war das Klima weiter warm (Oberflächentemperatur Cenoman 23°C).
In der Unterkreide gab es Kaltperioden.
Fossilien:
Leitfossilien: Ammoniten, planktische Foraminiferen, kalkiges Nannoplankton,
Inoceramen, Belemniten, Großforaminiferen
Pflanzen: Ab Alb: Känophytikum (Bedecktsamer dominieren). Bei den Pflanzen
erscheinen in der frühen Kreide die ersten zweifelsfreien Bedecktsamer (Angiospermen),
die Blütenpflanzen. Damit beginnt die Neuzeit der Pflanzen. Coccolithen sind
gesteinsbildend. Ab der höheren Unterkreide sind Rotalgen (Corallina) gesteinsbildend
und Grünalgen (Codiaceen mit Halimeda) häufig)
Tiere: In der Kreide ist die Artenvielfalt der Saurier groß (Triceratops,
Iguanodon, Tyrannosaurus). Die Flugsaurier erreichen eine Flügel-Spannweite bis zu
12 Metern. Bei den Säugern erscheinen erstmals Beuteltiere und höhere Säugetiere
(Placentalia). Die Ammoniten bilden bizarre Gehäuse aus (sog. heteromorphe Ammoniten),
sterben aber in der Oberkreide aus. In der mittleren Kreide lösen die Rudisten
kurzzeitig die Korallen als Riffbildner ab, sterben aber ebenfalls in der Oberkreide
aus. Foraminiferen erleben eine Blüte.
Es gibt Kieselschwämme, Belemniten, Bryozoen
und eine Blüte irregulärer Seeigel.
Riffbildner: Rudisten, Muscheln, Korallen, Bryozoen
Literatur
Faupl,P. (2000): Historische Geologie.-UTB, Wilhelm Fink Verlag, 270 S.
Krömmelbein, K. (1991): Brinkmanns Abriss der Geologie, Historische Geologie.- Enke Verlag, 404 S.
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