Mollusca (Weichtiere)

Die Mollusca gehören zu den Spiralia. Es gibt über 130.000 Arten, meist wasserbewohnend. Der Körper gliedert sich in den vorderen Kopf, den muskulösen drüsenreichen Fuss, den dorsalen Eingeweidesack und den ihn umschließenden epidermalen Mantel (Pallium).

Mollusk

Systematik:

  • Mollusca
    • Amphineura, Aculifera
      • Polyplacophora (Kambrium - rezent)
        • Chiton (Kreide - rezent)
      • Aplacophora (rezent)
        • Solenogastres
        • Caudofoveata
    • Conchifera
      • Monoplacophora (Kambrium - rezent)
        • Neopilina galathea (rezent)
        • z.T. Bellerophotina (Kambrium - Trias), Bellerophon (Silur - Trias)
      • Scaphopoda (Mittelordovizium - rezent)
        • Dentalium Mitteltrias - rezent)
      • Bivalvia (Kambrium - rezent)
      • Gastropoda (Oberkambrium - rezent)
        • Prosobranchia
          • Archaeogastropoda (Oberkambrium - rezent)
            • Bellerophon, Pleurotomania, Murchinsonia, Haliotis, Patella, Theodoxus
          • Mesogastropoda
            • Nerinea, Natica, Aporrhais, Cypraea, Crepidula, Viviparus
          • Neogastropoda
            • Murex, Conus
        • Euthyneura
          • Opsithobranchia
            • Nudibranchia (rezent)
            • Pteropoda (Oberkreide - rezent)
              • Cavolinia (Miozän - rezent)
          • Pulmonata (Karbon - rezent)
            • Planorbis, Helix pomatia
      • Cephalopoda (Oberkambrium - rezent)
        • Palcephalopoda, Lateradulata
          • Endoceratoidea (Ordovizium)
            • Endoceras
          • Actinoceratoidea (Mittelordovizium - Oberkarbon)
            • Actinoceras
          • Nautiloidea (Ordovizium - rezent)
            • Nautilina (Trias - rezent)
              • Nautilus (Pliozän - rezent)
        • Neocephalopoda, Angusteradulata
          • Michelinoceratoidea (Unterordovizium - Trias)
            • Michelinoceras, Orthoceras
          • Bactrinoidea (Ordovizium - Perm)
            • Bactrites
          • Ammonoidea (Devon - Kreide)
            • Discoclymenia, Cymaclymenia, Goniatites, Ceratites, Pleroceras
          • Coleodea
            • Belemnoidea (Karbon - Kreide)
              • Phragmoteuthida (Mittelperm - Unterjura)
              • Belemnitida (Jura - Kreide)
            • Dibranchiata
              • Decembrachiata
                • Spirulida (Oberkarbon - rezent)
                  • Spirula
                • Sepiida (Jura - rezent)
                  • Sepiidae (Oberkreide - rezent)
                    • Sepia
                  • Loliginida (Jura - rezent)
                    • Loligo, Architeuthis
              • Vampyropoda
                • Vampyromorpha (Obertrias - rezent)
                  • Vampyroteuthis infernalis, Plesioteuthiy
                • Octopoda (Oberkreide - rezent)
                  • Octopus, Argonauta

Klassen

Aplacophora

Die Aplacophora sind Wurmmollusken. Sie sind meist schalenlos und marin.

Polyplacophora (Käferschnecken)

Die Polyplacophoren besitzen weder Augen, noch Tentakeln oder Nervenganglien. Sie haben ein Organ für chemische Reize, das Subradularorgan.

Monoplacophora

Sie sind fast bilateralsymmetrisch. Das Gehäuse ist dünnschalig und leicht gewölbt. Im Gehäuseinneren befinden mindestens zwei und bis zu sechs Paar Haftmuskeleindrücke.

Scaphopoda (Kahnfüßer, Grabfüßer)

Scaphopoden besitzen ein einfaches Herz. Sie weisen weder Augen noch Kiemen auf. Die kurze Radula besitzt je fünf Zähne pro Querreihe. Scaphopoden leben im Sediment. Sie fressen kleine Organismen wie Foraminiferen vom Substrat.

Bivalvia (Muscheln)

Sie sind bilateralsymmetrisch mit zweiklappigem Gehäuse. In der Ontogenese bestehen sie erst als Veliger-Larve mit einteiliger Schale, brechen dann aber zu einer zweiteiligen Schale auseinander. Sie sind Filtrierer. Der Wasserumsatz ist sehr groß, so dass sie in Aquarien nicht haltbar sind (80 l Wasser in einer halben Stunde).

Gastropoda (Schnecken)

Das Gehäuse ist meist spiralisiert und der Weichkörper in sich gedreht (Torsion). Die Nervenbahnen überkreuzen sich (Chiastoneurie). Die Schale besteht aus Periostracum, Ostracum und Perlmuttschicht.

Cephalopoda

Die Cephalopoden sind aktive Schwimmer mit Augen. Sie leben marin. Im Kalkgehäuse sind Septen eingebaut, die einzelnen Kammern sind durch den Sipho verbunden. Die Cephalopoden bewegen sich nach dem Rückstoßprinzip. Das Wasser wird aus dem Trichter ausgestoßen. Der Trichter kann sich frei bewegen. Die cephalopoden haben ein geschlossenes Blutsystem.


Beispiele

Aplacophora

  • Solenogastres:
    Der Mantel umgibt den ganzen Körper. Der Fuß ist fast komplett reduziert. Einzelne Kalknadeln sind vorhanden, ansonsten ist das Skelett reduziert.

Polyplacophora

  • Chiton:
    Chiton besitzt acht Schalenplatten auf der dorsalen Seite. Auf der ventralen Seite sind Mund, Fuß, Kiemen und After zu erkennen. Sie hat keine Augen, Fühler und Gehirn.

Monoplacophora

  • Bellerophon:
    Sie sind planspiral aufgerollt, besitzen ein Schlitzband und mehrere Muskelansätze.

Scaphopoda

  • Dentalium:
    Dentalium besitzt eine einteilige Schale. Grabfuß, Mund und Tentakel befinden sich im Sediment, die Atmung findet über der Sedimentoberfläche statt.
Skizze von Dentallium

Bivalvia

  • Venus:
    Die Venusmuschel weist ein gleichklappiges Gehäuse auf. Die Klappen sind oval und zeigen konzentrisches Wachstum.

Gastropoda

  • Natica:
    Natica lebt an der Oberfläche von Weichsubstrat. Sie besitzt ein Propodium zum Aufspüren von Beute.
Skizze von Natica

Cephalopoda

  • Spirulida:
    Spirulida besitzen 2 - 10 Tentakel zum Fangen von Beute. Sie leben in Schwärmen und weisen ein Leuchtorgan und zwei Kiemen auf.

Literatur

Lehmann, U. & Hillmer, G. (1997): Wirbellose Tiere der Vorzeit.- Enke Verlag, S. 75-156

Lehmann, U. (1996): Paläontologisches Wörterbuch.- Enke Verlag, 277 S.

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