Perm (290 bis 248 Ma)

Die Skala des Perm

Herkunft des Namens:

Nach dem ehemaligen russischen Gouvernement Perm am Ural


Paläogeographie global:

Zur Zeit des Perms vereinigen sich zum ersten und einzigen Mal durch die Kollision von Laurussia, Sibiria und Kasachstan alle Kontinente der Erde zu einem einzigen, riesigen Kontinent genannt Pangäa. Dieser Superkontinent ist vom Urozean Panthalassa umgeben. Obwohl das Klima im Perm allgemein kühler ist als heute, liegt Mitteleuropa in dieser Zeit fast am Äquator. In Mitteleuropa kommt es in kleineren Meeresbecken durch das heiße Wüstenklima zu starker Verdunstung und zur Bildung von bis zu 1000 Meter mächtigen Salzablagerungen. Von Osten her greift die Tethys in Pangäa ein. Vor 250 Ma kommt es zur Extrusion kontinentaler Plateaubasalte in Sibirien, die mit dem Massensterben in Zusammenhang gebracht werden.


Paläogeographie Mitteleuropa:

Es setzte die Abtragung der variszischen Gebirge ein. Im Oberperm kam es zu epikontinentalen Meerestransgressionen. Das Zechsteinmeer drang in drei Senkungszonen Mitteleuropas vor: das nördliche Zechsteinbecken (Nordseebecken mit E-W-Streichen), das südliche Zechsteinbecken (südliche Nordsee, Norddeutschland, Warschau mit E-W-Streichen) und die Hessische Senke (Schleswig-Holstein bis Bonn, N-S-Streichen). Die Ablagerung fand in fünf Teiltransgressionen statt, die durch glazioeustatische Meeresspiegelschwankungen hervorgerufen wurden. Dadurch entstanden sechs Salzzyklen: Werra, Staßfurt, Leine, Aller, Ohre und Friesland. In den Randbereichen der Becken entstanden Bryozoenriffe, Lagunenkalke.

Im Unteren Oberperm entstanden die Mansfelder Kupferschiefer (Ostharz). Durch Vorstoß des arktischen Meeres nach Mitteleuropa bestand über das Gebiet des Urals eine Verbindung zur Tethys. In Südeuropa bildeten sich mächtige marine Kalkablagerungen in den flachen Trögen der westlichen Tethys (heutiges Alpengebiet). Der Ural faltete sich auf. Um den Pazifik herum bildeten sich Geosyklinalsysteme (spätere Anden).


Klima:

In dieser Zeit waren große Teile der Südhemisphäre von Gletschern bedeckt, die bis weit nach Norden vorstießen. Die gewaltigen tropische Wälder rings um den Äquator bildeten mit ihrer Biomasse gewaltige Kohleflöze aus, genau wie die riesigen Wälder in den gemäßigten Zonen während der Warmzeiten. Das Klima war im Perm allgemein kühler als heute, jedoch ohne ausgeprägte Klimadifferenzierung. Mitteleuropa liegt mit heißem Wüstenklima fast am Äquator.

Im Gegensatz dazu werden weite Teile der Südhalbkugel (Afrika, Indien, Südamerika, Australien) von riesigen Eismassen bedeckt. Eine Erwärmung führt im Oberperm teilweise zur Abschmelzung der Gletscher und lässt den Meeresspiegel ansteigen. Treibeis ist jedoch anscheinend noch bis zum Ende der Epoche vorhanden. Durch trockeneres Klima entstehen in Nordamerika und Mitteleuropa ausgedehnte Wüsten. Der Beginn des Perms in Mitteleuropa ist durch das Ende der Kohlebildungen und das Vorherrschen roter Sedimente gekennzeichnet (Rotliegendes). Der Abtragungsschutt des Variszischen Gebirges wird in langgestreckten grabenartigen Senken abgelagert. Im Gegensatz dazu ist das Oberperm durch helle Sedimentfarben gekennzeichnet (Zechstein). In einem weit ausgedehnten Binnenmeer werden Dolomite und Kalke abgelagert. Seine Verbindung zum offenen Weltmeer wird mehrfach unterbrochen. In den Flachwasserbereichen und Lagunen werden in heißem Wüstenklima durch Verdunstung bis zu 1000 Meter mächtige Salzablagerungen ausgefällt. Bildung der Kohlevorkommen Chinas und Russlands und im Bereich der Südkontinente.


Fossilien:

Leitfossilien: Großforaminiferen, Brachiopoden, Ammonoideen, Conodonten, Landpflanzen

Pflanzen: Paläophytikum, ab Oberperm Mesophytikum (Dominanz der Gymnospermen). Bereits seit dem Karbon wandelt sich die Tier- und Pflanzenwelt des Paläozoikums in die des Mesozoikums um, bei den Pflanzen etwas früher als bei den Tieren. Schon zu Beginn des Perms müssen in Mitteleuropa erste Nadelwälder existiert haben und die großen Pflanzengruppen, die im Karbon für die Kohlebildung sorgten, sind zu relativ unwichtigen und meist kleinwüchsigen Rest-Arten reduziert. Es findet ein Wechsel zu trockenheitbevorzugenden Landpflanzen wie den Koniferen statt. Ab dem Oberperm dominieren Nacktsamer (Gymnospermen).

Tiere: In den Seen des unterpermischen Festlandes leben Stachelhaie (Acanthodier), Süßwasserhaie (Xenacanthiden) und altertümliche Knochenfische (Palaeonisciden). An den Seeufern verdrängen die schon im Karbon entstandenen Reptilien mehr und mehr die Panzerlurche (Stegocephalen). Am Ende des Perms und somit am Ende des Erdaltertums wird die Tierwelt, insbesondere die des Meeres, von einem Massensterben betroffen, dem nach Schätzungen etwa 75-90% der Arten zum Opfer fallen. Viele Tiergruppen verlöschen nun endgültig, wie etwa die Trilobiten und einzelligen Fusulinen oder werden von modernen Verwandten abgelöst wie z.B. die rugosen Korallen von den Hexakorallen und die Alt-Ammoniten von den Ceratiten. Auch sterben Landwirbeltiere (20 Familien der Therapsida) aus.
Riffbildner: Bryozoen, Korallen


Typische Gesteinsserien:

Aufgrund der ariden Bedingungen kommt es zur Bildung von Evaporiten und Dünensedimenten.


Literatur

Faupl,P. (2000): Historische Geologie.-UTB, Wilhelm Fink Verlag, 270 S.

Krömmelbein, K. (1991): Brinkmanns Abriss der Geologie, Historische Geologie.- Enke Verlag, 404 S.

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