Fluideinschlussanalyse (Beispiel: CO2-reiche
Einschlüsse)
Die in einem Magma in der Tiefe enthaltenen Gase und Flüssigkeiten werden
bei der Kristallisation von Mineralphasen wie zum Beispiel Olivin und Klinopyroxen
umwachsen und somit eingeschlossen. Innerhalb dieser Minerale treten die Fluide als
Einschlüsse auf. Dabei sind primäre und sekundäre Einschlüsse zu unterscheiden.
Primäre Einschlüsse entstanden bei der Kristallisation des Wirtsminerals, während
sekundäre Einschlüsse sich erst nach der Kristallisation des Wirtsminerals bilden
und daher meist an Risse im Mineral gebunden sind. Analysen primärer Einschlüsse
geben also Aufschluss über Druckbedingungen während der Kristallisation des
Wirtsminerals, während sekundäre Einschlüsse spätere Ereignisse widerspiegeln,
was eine Unterscheidung dieser beiden Einschlussarten unerlässlich macht.
Aus den gemessenen Homogenisierungstemperaturen lässt sich mit Hilfe des
Temperatur-Dichte-Diagramms nach Angus et al., (1976) die Dichte des eingeschlossenen
Fluids graphisch bestimmen. Aus der nach Kerrick & Jacobs, (1981) innerhalb des
Computer-Programms FLINCOR aufgestellten Zustandsgleichung ergeben sich Isochoren,
die eine Rekonstruktion der Druckbedingungen bei Einschluss des Fluids aus dessen
Dichte ermöglichen.
Dichtekurve nach Angus et al., (1976).
Durchführung:
Als Vorbereitung zur Messung werden aus geeigneten, also Fluideinschlüsse
enthaltenden Proben Dickschliffe von etwa 100 µm Stärke angefertigt. Diese werden
mit Aceton von den Glasträgern abgelöst und in Chips zerbrochen. Die Probensegmente
werden mit flüssigem Stickstoff auf -130°C gekühlt. Dabei frieren die Einschlüsse
bei etwa -70 bis -80°C ein. Nach dem Abkühlen auf -130°C wurden die Einschlüsse
langsam aufgeheizt. Bei -56,6°C kommt es zum finalen Schmelzen (Tm) der Einschlüsse.
Nach weiterem Aufheizen kommt es bei Temperaturen zwischen -16 und +31°C zur
Homogenisierung (Th) der Einschlüsse in die flüssige Phase. Das finale Schmelzen am
Tripelpunkt bei der für CO2-Einschlüsse zu erwartenden Temperatur von
-56,6°C belegt, dass es sich bei den Einschlüssen um CO2-Einschlüsse
handelt. Die Homogenisierungstemperatur lässt Rückschlüsse auf den Druck bei
der Entstehung des Einschlusses zu. Die Messung der Tm und Th jedes Einschlusses
wird zweimal durchgeführt. Vor und nach jeder Messreihe werden Standards gemessen.
Hierbei handelt es sich meist zum einen um reine CO2-Einschlüsse und zum
anderen um reine H2O-Einschlüsse.

Abfolge des Abkühlens und Aufheizens eines Einschlusses zur Messung der
Schmelztemperatur Tm und der Homogenisierungstemperatur Th (in die flüssige Phase).
Die Untersuchungen können Aufschluss über die Dichte des eingeschlossenen Fluids
geben und damit über die Druckverhältnisse bei der Entstehung oder Reequilibrierung
des Minerals. Aus diesen Daten kann die Tiefe einer Magmenkammer und kurzzeitige
Stagnationsniveaus des Magmas bestimmt werden. Da dieses Geobarometer schnell auf
Veränderungen in der Umgebung reagiert, ist es eine ideale Ergänzung zu dem relativ
langsameren Mineral-Schmelz-Geothermobarometer (Elektronenstrahlmikrosonde).

Fluideinschlüsse. Der Trail besteht aus relativ großen Einschlüssen, die Krustendrücke
anzeigen und somit entweder sekundär entstanden sind oder bei geringen Tiefen reequilibriert
wurden.
Literatur
Angus, S., Armstrong, B., De Reuck, K.M., Altunin, V.V., Gadetskii ,O.G., Chapela, G.A. & Rowlinson,J.S. (1976): Carbon Dioxide (International tables of the fluid state, vol. 3) Pergamon Press, Oxford
Kerrick, D.M. & Jacobs, G.K. (1981): A modified Redlich-Kwong equation for H2O, CO2 and H2O-CO2 mixtures at elevated temperatures and pressures. Am. J. Sci. 281, 735-767
Roedder, E. (1984): Fluid Inclusions.- Reviews in Mineralogy.- Mineralogical Society of America, Vol. 12
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