Tertiär (65 bis 1,8 Ma)

Skala des Tertiärs

Herkunft des Namens:

Als dritte Zeit dem Sekundär (Mesozoikum) und dem Primär (Paläozoikum)gegenüber


Paläogeographie global:

Pangäa zerfiel weiter. Nordamerika und Eurasien trennten sich endgültig. Die Öffnung des nördlichen Nordatlantiks im Paläozän begann mit der Bildung von Plateaubasalten (Südostgrönland, Färöer, Britische Inseln). Das eigentliche Spreading begann im Eozän. Die Tethys schloss sich durch die Annäherung der Afrikanischen und der Eurasischen Platte. Dies führte zu neuerlichen Höhepunkten der alpinen Orogenese. Die Antarktis lag separat. Indien hatte in der Unterkreide zu Driften begonnen und setzte seinen Weg im Tertiär fort. Zu Beginn des Paleozän extrudierten die Dekkan-Basalte. Im Miozän kam es zur Auffaltung des Himalaya. Im jüngeren Pliozän bildete sich der Isthmus von Panama.


Paläogeographie Mitteleuropa:

Außeralpin:

Im Paläogen stieg der Meeresspiegel und es kam zu Transgressionen von der Nordsee, dem Atlantik und der Tethys. Hauptsedimentationsgebiete waren das Nordseebecken, die Baltische Furche, das Anglo-Gallische Becken und die Oberrheintalsenke (ehemals Hessische Senke, Funde Messel). Das Pariser Becken hatte Verbindungen zur Nordsee und zum Atlantik. Vulkanische Zentren waren unter anderem der Vogelsberg, der Kaiserstuhl und die Eifel.

Alpen


Klima:

Europa lag während des frühen Eozäns in der Subtropischen Zone mit Temperaturen um die 38°C in den Sommermonaten, während der Wintermonate im Mittel bei 20°C. Während des Eozäns lebten Krokodile bis in die Polregionen. Zentralasien hatte ein feuchtwarmes tropisches Klima. Zu Beginn war das Klima noch gleichförmig und warm, die Polargebiete waren waldbedeckt (Kohle in Grönland und Spitzbergen).

Gegen Ende des Alttertiärs begann ein deutlicher Temperaturrückgang, der sich durch das gesamte Jungtertiär fortsetzte. Während des Oligozäns war der Südpol mit Eis bedeckt, der Nordpol jedoch eisfrei. Tropische Regenwälder bedeckten Europa und Nordamerika. Die mittlere Jahrestemperatur in Europa sank von über 20° auf 12°C, die Wassertemperatur in der Tiefe der äquatorialen Meere von 13° auf 2°C am Ende des Tertiärs. Dies hing mit den weltweiten Gebirgsbildungen zusammen, wodurch sich letztendlich auch die von den Pflanzen und Tieren besiedelten Gebiete verschoben. Europa stand aber anscheinend schon unter dem Einfluss eines warmen Golfstromes.

Auch vor Alaska gab es eine warme Meeresströmung (Funde von Palmenresten). Die Säugetiere waren von diesen Klimaveränderungen anscheinend nur wenig betroffen, z.B. wanderten die Pferde von Nordamerika aus nach Asien, Europa und Afrika. Primaten, Hirsche und Bären erreichten in umgekehrter Richtung Nordamerika. Aufgrund seiner isolierten Lage bzw. der räumlichen Trennung von den anderen Kontinenten entfalteten sich in Australien die Beuteltiere. Das Klima war während des Miozäns ähnlich wie heute, aber etwas wärmer. In Europa bis weit nach England wuchsen Palmen und lebten Krokodile. Australien war niederschlagsreicher als heute. Im Laufe des Quartärs kam es aufgrund verschiedener Vorgänge zu großen Temperaturschwankungen. Diese verursachten weltweit Kalt- und Warmzeiten in den gemäßigten Zonen sowie Regen- und Trockenzeiten in den warmen Klimaten.


Fossilien:

Leitfossilien: planktische Foraminiferen (Globigerinen), kalkiges Nannoplankton, Radiolarien, Großforaminiferen (Nummuliten), Bivalven, Gastropoden, Säugetiere.

Pflanzen: Allmählich modernisiert sich die Pflanzenwelt aufgrund der niedriger werdenden Temperaturen. Gräser und Asterngewächse werden mit Beginn des Jung-Tertiärs sehr wichtig. In marinen Ablagerungen sind man Rotalgen (Corallinaceen) gesteinsbildend. In Süßwasserablagerungen treten Grünalgen (Characeen) auf. An Land dominieren die Angiospermen.

Tiere: Nach dem Aussterben der Dinosaurier an der Kreide/Paläogen Grenze entfalten sich auf dem Land die Säugetiere zu größter Blüte. Es entstehen durch Austrocknung Savannen und Steppen, in denen sich eine vielfältige Säugetierfauna entwickeln und ausbreiten kann. Im Meer kommen nach dem Verschwinden der Ammoniten nun Echinodermen (irreguläre Seeigel), bestimmte Muscheln und Schnecken, aber auch die kurzschwänzigen Krebse zu großer Entfaltung. Kennzeichnend für das Alt-Tertiär sind Großforaminiferen (Nummuliten). Unter den Fischen entwickeln die Haie und modernen Knochenfische eine große Artenvielfalt. Auch Meeressäuger (Wale, Seekühe) gehören zum Faunenbild.
Riffbildner: Scleractinia


Literatur

Faupl,P. (2000): Historische Geologie.-UTB, Wilhelm Fink Verlag, 270 S.

Krömmelbein, K. (1991): Brinkmanns Abriss der Geologie, Historische Geologie.- Enke Verlag, 404 S.

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