Trias (248 bis 206 Ma)
Herkunft des Namens:
Griechisch Dreiheit
Paläogeographie global:
In der Obertrias entwickelte sich ein kontinentales Riftsystem zwischen Nordamerika
und Nordwestafrika. Der Superkontinent Pangäa begann unter Öffnung des Nordatlantiks
zu zerbrechen, die äquatoriale Tethys drang weiter nach Westen vor, bedeckte Mittel-
und Südwesteuropa mit ihren Randmeeren und führte zur Produktion von Karbonaten, Riffen
und Evaporiten. Die Sedimente der heutigen Kalkalpen, der Dolomiten und der Schwäbischen
Alb sind Lagunenablagerungen dieser Randmeere, ebenso wie die in Kleinasien, dem Himalaya
und Indochina. Rund um den Pazifik begann die Gebirgsbildung. Nordamerika trennte sich
von Gondwana ab. Es kam zu starkem Vulkanismus an den Bruchzonen der Kontinente. An den
Polen lagen keine Kontinente und die Kontinente waren daher inlandeisfrei.
Paläogeographie Mitteleuropa:
Germanische Trias:
Die Gesteine der germanischen Trias wurden nicht nachträglich gefaltet. Sie kommen
in den Senkungszonen der Zechsteinbecken vor (der E-W-streichenden Baltischen Furche
und der N-S-streichenden Hessischen Furche).
Buntsandstein: Eines der Randmeere der Tethys, das Germanische Becken, füllte sich in
der Buntsandsteinzeit mit dem Verwitterungsschutt der umgebenden Gebirge. Das Klima war
seminarid. Es kam zur Bildung fluviatil-lakustriner Sedimente. Die Anlieferung fand von
Süden her (London-Brabanter Massiv, Vindeliszisch-Böhmisches Land) statt. Nach Norden
hin beobachtet man einen Übergang von kontinentaler zu brackisch-mariner Fazies
(Rogensteinbildung).
Muschelkalk: Es kam zu einer Transgression der Tethys unter Bildung von Wellenkalk,
dünnschichtigen Kalksteinen und Muschel- und Brachiopodenkalken im Unteren Muschelkalk,
sowie Trochiten- und Ceratitenkalke im Oberen Muschelkalk.
Keuper: Es kam zu einem Meeresspiegeltiefstand mit Anlieferung von terrigenem
Material von NE (Fennoskandische Hochzone). Es entstanden der Lettenkohlenkeuper,
gefolgt vom Gipskeuper und einer erneuten Transgression im Oberen Keuper.
Alpine Trias
Klima:
Das Innere des Superkontinentes Pangäa war während dieser ganzen Erdgeschichtlichen
Epoche extrem trocken und heiß. Die Polarregionen waren das ganze Jahr über frostfrei
und warm. Zur Zeit der unteren Trias wurden innerhalb des wüstenhaften Germanischen
Beckens periodisch in weit verzweigten Flusssystemen und flachen Binnenseen überwiegend
rote Sande und Tone der Buntsandsteinzeit abgelagert. An der Wende zum Muschelkalk geriet
das Gebiet zeitweise in den Einflussbereich der Tethys, wodurch es zu einem
Faunenaustausch bzw. Einwandern neuer Arten kam. Die obere Trias (Keuper) war
gekennzeichnet durch einen mehrfachen Wechsel zwischen Verlandung (festländische
pflanzenführende Ablagerungen) und Meereseinbrüchen mit dolomitischen Schichten.
Örtlich entstanden durch Eindampfung Gips- und Steinsalzgesteine. Der Nordpol lag auf
der Nordostspitze Asiens, der Südpol in der Antarktis, der Äquator lief quer durch
Nordafrika.
Fossilien:
Leitfossilien: Ammoniten (Ceratiten), Conodonten, Bivalven, Crinoiden, Ostracoden,
Kalkalgen
Pflanzen: Mesophytikum (Dominanz der Gymnospermen). Die Landflora der frühen Trias
ist von der des späten Perms wenig verschieden; es überwiegen Palmfarne (Cycadophyta),
Koniferen, Ginkgo-Gewächse (Glossophyllum) und Farnsamer (Glossopteris). Es gibt Gebiete
mit großen Bäumen (z.B."petrifiedforest" in Arizona), aber auch Gebiete, wo
Nacktsamer-Sträucher häufiger als Bäume vorkommen. In der späten Trias erscheinen sehr
wahrscheinlich die Vorfahren der Blütenpflanzen (Angiospermen). Gymnospermen dominieren.
Tiere: Das "große Sterben" am Ende des Perms überleben im Meer nur wenige
Tiergruppen. Auf dem Festland ist das Ereignis nicht so einschneidend. Die
säugetierähnlichen Reptilien erleben eine letzte Blütezeit, und die Nachfahren der
großen Ur-Amphibien (Stegocephalen) sind Mastodonsaurus und das "Handtier"
Chirotherium.
In der Ober-Trias erscheinen die ersten Dinosaurier, im Wasser (Ichtyopterygier)
und Flugsaurier, aber auch schon erste, mausgroße Säugetiere, die ich aus den Therapsiden
entwickelten. Frühe Wasserschildkröten und die Pflasterzahn-Echsen Placodus und Henodus
gehören zum Faunenbild des Meeres, das auch reich an Seelilien,
Muscheln und
Brachiopoden (Terebrateln) sowie Ammoniten der Gattung Ceratites ist. Neue
Korallengruppen (Scleractinia) bauen in der Tethys zusammen mit Kalkalgen große Riffe
auf.
Riffbildner: Korallen, Kalkschwämme, Kalkalgen
Typische Gesteinsserien:
Loferzyklen gab im Dachsteinkalk der alpinen Obertrias, aber nicht nur dort,
sondern auch an anderen Orten zu anderen Zeiten. Sie entstehen, wenn eine
Karbonatplattform abwechseln überflutet wird und trockenfällt. In der Obertrias
schnitt die Tethys fingerartig in die Pangäa ein. Sie lag äquatornah. Es gab riesige
Plattformkarbonate und an deren Rand große Riffgürtel. Es folgten die Loferzyklenzone,
das Karbonatwatt und dann das Festland.
Literatur
Faupl,P. (2000): Historische Geologie.-UTB, Wilhelm Fink Verlag, 270 S.
Krömmelbein, K. (1991): Brinkmanns Abriss der Geologie, Historische Geologie.- Enke Verlag, 404 S.
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